Dionysos, ein Gieche vor den Toren Berlins

Zwischen S- und Redionalbahn, Wohnhäusern und Einkaufsmöglichkeiten, mitten in der „Grünen Passage“ am Brandenburger Platz 35 in 15827 Blankenfelde-Mahlow, liegt ein Stück Griechenland in Brandenburg: das Restaurant Dionysos. Wer hier einkehrt, sucht nicht nur ein Abendessen, sondern ein kleines kulinarisches Ausbrechen aus dem Alltag mit mediterranen Aromen, herzlichem Service und einer Küche, die weiß, wie gutes Fleisch schmecken muss.

Ein Hauch von Ägäis in Blankenfelde

Griechische Restaurants haben in Deutschland eine lange Tradition. Oft sind sie familiär geführt, über Jahrzehnte gewachsen und für viele Gäste beinahe ein zweites Wohnzimmer geworden. Auch das Dionysos reiht sich in diese Tradition ein und wirkt doch überraschend modern. Während mancher Grieche noch auf schwere Holzmöbel, Säulenattrappen und antike Wandmalereien setzt, präsentiert sich das Dionysos zeitgemäß, hell und angenehm klar eingerichtet. Dezente Farben, gepflegte Tische, ein aufgeräumter Gastraum, alles wirkt durchdacht und vor allem sehr sauber.

Schon beim Betreten fällt auf: Hier wird Wert auf Ordnung und Atmosphäre gelegt. Nichts wirkt überladen, nichts improvisiert. Stattdessen empfängt den Gast ein freundliches, offenes Ambiente, das sowohl für ein Mittagessen oder entspanntes Abendessen zu zweit als auch für größere Runden geeignet ist.

Der Rhodosteller – ein Klassiker mit Anspruch

Meine Wahl fiel auf den Rhodosteller, eine Zusammenstellung, die zu den Klassikern der griechischen Küche zählt: Gyros, zwei Lammkoteletts, ein Souvlaki, dazu Tzatziki, Knoblauchkartoffeln und Salat.

Schon beim ersten Bissen zeigte sich, dass hier jemand am Grill steht, der sein Handwerk versteht. Das Gyros war ausgesprochen saftig, aromatisch gewürzt, außen leicht kross, innen zart. Kein trockenes Fleisch, kein Fettüberhang, sondern genau die Balance, die man sich wünscht.

Die Lammkoteletts waren auf den Punkt gebraten. Außen mit feiner Röstaromatik, innen noch saftig, so wie es sein soll. Lamm verzeiht keine Nachlässigkeit; hier war nichts dem Zufall überlassen.

Besonders überzeugte das Souvlaki. Beim Anschneiden lief der Fleischsaft heraus, ein klares Zeichen dafür, dass weder zu lange noch zu heiß gegart wurde. Zart, würzig und wunderbar harmonierend mit dem cremigen Tzatziki, das angenehm frisch war und nicht übermäßig nach Knoblauch dominierte.

Kritharaki statt Knoblauchkartoffeln

Eigentlich gehören zum Rhodosteller Knoblauchkartoffeln, ein Klassiker, der bei vielen Gästen obligatorisch ist. Ich entschied mich jedoch bewusst dagegen. Der Grund war pragmatisch: Danach standen noch Gespräche an, und Knoblauch kann bekanntlich sehr präsent sein.

Stattdessen wählte ich Kritharaki. Beim Italiener heißen sie Risoni. Der Name „Kritharaki“ bedeutet so viel wie „kleine Gerste“ und bezieht sich auf die Form dieser kleinen Nudeln, die optisch an Reis erinnern. Trotz ihres reisähnlichen Aussehens handelt es sich, sowohl in der griechischen als auch in der italienischen Küche, um Nudeln aus Hartweizengrieß. Im Dionysos wurden sie locker und aromatisch serviert, nicht verkocht, nicht klebrig, sondern angenehm bissfest und gut gewürzt in ein wenig Tomatensauce.

Diese Alternative erwies sich als perfekte Begleitung zum Fleisch, mild genug, um nicht zu dominieren, aber geschmacklich präsent genug, um das Gericht abzurunden.

Mehr als nur Gyros – die Vielfalt der Speisekarte

Natürlich beschränkt sich die Küche des Dionysos nicht auf den Rhodosteller. Typisch griechische Vorspeisen wie Dolmadakia (gefüllte Weinblätter), gebratene Auberginen oder Saganaki dürfen ebenso wenig fehlen wie frischer Bauernsalat mit Feta. Klassiker wie Bifteki, verschiedene Fischgerichte oder Ofenspezialitäten wie Moussaka ergänzen das Angebot.

Sehr empfehlenswert ist es, den Abend mit einer kleinen Auswahl an Mezedes zu beginnen. Mehrere Vorspeisen in die Mitte gestellt, dazu etwas frisches Brot, bringen sofort dieses gesellige, mediterrane Lebensgefühl auf den Tisch. Besonders beliebt sind Tzatziki, Taramas, gebratene Zucchini oder Feta aus dem Ofen mit Olivenöl und Kräutern.

Wer es klassisch mag, ist mit Gyros in Metaxasauce, Bifteki mit Schafskäsefüllung oder einem gemischten Grillteller bestens beraten. Auch Lammgerichte gehören zu den Aushängeschildern der griechischen Küche und werden hier mit der nötigen Sorgfalt zubereitet.

Fischliebhaber sollten einen Blick auf die angebotenen Doraden oder Calamari werfen, je nach Tagesangebot frisch und schlicht gegrillt, denn die griechische Küche lebt vom Eigengeschmack ihrer Zutaten.

Auch vegetarische Gäste kommen nicht zu kurz. Neben Salaten und Vorspeisen finden sich Gerichte wie gefüllte Paprika ohne Fleisch, Auberginenvariationen oder überbackener Feta. Wer möchte, kann sich aus verschiedenen vegetarischen Mezedes problemlos ein komplettes Hauptgericht zusammenstellen. Gerade diese Vielfalt macht den Reiz der mediterranen Küche aus, sie ist leicht, aromatisch und keineswegs ausschließlich fleischlastig.

Ein kleiner Tipp: Nach dem Essen lohnt sich oft noch ein griechischer Mokka oder ein Ouzo aufs Haus – eine Geste, die vielerorts zur Tradition gehört und den Abend angenehm abrundet.

Service mit griechischer Herzlichkeit

Ein Restaurant steht und fällt nicht nur mit seiner Küche, sondern auch mit dem Service. Hier überzeugte das Dionysos auf ganzer Linie. Der Service war freundlich, aufmerksam und unaufdringlich. Man fühlt sich willkommen, nicht abgefertigt. Fragen wurden kompetent beantwortet, Wünsche berücksichtigt.

Diese Mischung aus Professionalität und Herzlichkeit macht den Unterschied. Es ist jene mediterrane Gastfreundschaft, die man sich wünscht, nicht aufgesetzt, sondern selbstverständlich.

Praktische Informationen für Besucher

Für alle, die einen Besuch planen, hier die wichtigsten Eckdaten:
Das Dionysos befindet sich am Brandenburger Platz 35, 15827 Blankenfelde-Mahlow, in der „Grünen Passage“. Telefonisch ist das Restaurant unter 03379 201080 erreichbar. In der Regel ist täglich geöffnet – meist von mittags bis in die späten Abendstunden. Da sich Öffnungszeiten an Feiertagen ändern können, empfiehlt sich ein kurzer Anruf vorab.

Durch die Nähe zur S-Bahn-Station Blankenfelde (Linie S2) ist das Restaurant auch aus Berlin gut erreichbar. Parkmöglichkeiten befinden sich im Umfeld der Passage. Das Preisniveau bewegt sich im moderaten Bereich, für ein vollständiges Abendessen sollte man in etwa 20 bis 30 Euro pro Person einplanen, je nach Auswahl.

Fazit: Modern, sauber, geschmacklich überzeugend

Das Dionysos in Blankenfelde-Mahlow ist mehr als nur „der Grieche um die Ecke“. Es verbindet traditionelle Gerichte mit zeitgemäßem Ambiente, bietet sehr gutes Fleisch vom Grill und einen Service, der den Besuch angenehm abrundet.

Das Gyros war hervorragend, die Lammkoteletts perfekt gebraten, das Souvlaki saftig und aromatisch. Die Entscheidung für Kritharaki statt Knoblauchkartoffeln war goldrichtig – nicht nur aus kommunikativen Gründen.

Wer in Blankenfelde oder im südlichen Berliner Umland Lust auf solide, ehrliche griechische Küche in modernem, sehr sauberem Ambiente hat, sollte dem Dionysos unbedingt einen Besuch abstatten. Hier stimmt das Gesamtpaket – vom ersten Gruß bis zum letzten Bissen.

Text und Bilder: Klaus-Dieter Richter

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