„TODESDUELL“

Welt-Premiere am 1.11.2024 im Berliner Dom

Interpretiert von Ben Becker

Schwer erkrankt beschreibt John Donne, der Prediger von St. Paul’s in London, im Beisein von König Charles I., im Jahr 1631, das Leben als Duell mit dem Tod. „Todesduell“ ist wahrscheinlich die berühmteste Predigt der Welt. John Donne war ein wortgewaltiger metaphysischer Dichter. Es sind seine letzten öffentlich gesprochenen Worte vor seinem Tod. Dieser Text ist erschütternd und schonungslos im Blick auf die Vergänglichkeit des Lebens, aber auch von einer Kraft und Hoffnung, die den Tod übersteigt. John Donne erreicht mit diesem Text eine Tiefe und Eindringlichkeit, welche über jede Predigt hinausgeht.

Hielt Ben Becker vor der Presse im April einen Gottesdienst, als er am goldenen Adlerpult im Berliner Dom stand? Nein, der 59-jährige Schauspieler stellt seine Literaturperformance „Todesduell“, begleitet von Andreas Sieling (60) an der Orgel vor. Er liest auch Die „Große Elegie an John Donne“ von Joseph Brodsky, einem Literaturnobelpreisträger. Ben Becker geht es dabei um die letzten Fragen. Für ihn bedeutet das „Todesduell“ einen Kampf gegen die Vorurteile über den Tod und für einen veränderten Blick auf die Bedeutung des Lebens. Man müsse dieses Todesduell durchlebt haben, um ihm eine Stimme zu geben. Becker erweckt das Duell zum Leben mit seiner schauspielerischen Leistung und der Hingabe seiner Gedanken.

Dom-Organist Andreas Sieling begleitet auf der großen Sauer- Orgel das für die Inszenierung gefertigte Arrangement von Daniel Ott. Er ist seit 2005 Domorganist im Berliner Dom, Opus Klassik Preisträger und Musikwissenschaftler. Sieling unterrichtet seit 1999 künstlerisches Orgelspiel, Orgelliteraturkunde und Orgelmethodik an der Berliner Universität der Künste, welche ihn zum Professor ernannt hat. Becker und Sieling sind seit über zehn Jahren künstlerisch verbunden. Im Berliner Dom traten sie unter anderem schon 25-Mal gemeinsam auf.

Der 59-jährige Ben Becker ist 1964 in Bremen geboren und seit langer Zeit Berliner. Vor allem ist er für seine vielseitigen Rollen im Film, Fernsehen und Theater bekannt. Becker stammt aus einer Künstlerfamilie. Er hat in einer Vielzahl von Theaterstücken mitgewirkt, darunter auch klassische Werke wie „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe. Im Film- und Fernsehbereich spielte er in zahlreichen Produktionen mit, darunter „Comedian Harmonists“ und „Schtonk!“. Auch als Synchronsprecher lieh er seine Stimme verschiedenen Charakteren in deutschen Synchronisationen von Filmen.

Die Weltpremiere von „Todesduell“ findet im Berliner Dom statt. Es ist die Partnerkirche von St. Paul’s Cathedral in London, dort wo die einstige Wirkungsstätte von John Donne war und sein Denkmal bis heute zu sehen ist.

Es wird bis Februar 2025 Aufführungen geben in Düsseldorf, München, Bremen, Bochum, Hamburg und Potsdam. Möglicherweise werden weitere Aufführungen folgen.

Hier einige Auszüge aus dem Gedicht „Todesduell“ von John Donne. Sie geben einen Eindruck von Donnes Umgang mit dem Thema Tod und seiner Betonung der Unsterblichkeit der Seele:

– „Todesduell, sei nicht stolz, auch wenn einige dich verachtend nennen.“

„Denn du ermordest uns nicht wirklich, denke ich. Du tust uns nur einen Gefallen.

Für Ruhe; und Ruhe wird schlaf, wenn wir uns im Tod erwachen.“

– „Du schaust in die Welt, und die Welt, die du siehst, ist in deinem Kopf.

Du suchst ein Gefühl des Verlusts, aber findest stattdessen Glückseligkeit.

In deiner Schlafkammer bist du König, deine Träume sind deine Krone

Die Furcht vor dem Tod ist nur eine Illusion, die unsere Seelen entzweit.“

– „Du magst die Macht haben, Leben zu nehmen, aber du kannst nicht behalten

Denn diejenigen, die du nimmst, werden ewig in Erinnerung bleiben

Sie werden in den Herzen derer leben, die Sie geliebt haben.

Und in den Liedern, die ihre Taten preisen, bleiben sie erhalten.“

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