2025 im Fugger und Welser Erlebnismuseum Augsburg

Manche Jahre fühlen sich dichter an als andere. 2025 war so ein Jahr im Fugger und Welser Erlebnismuseum. Ein Jahr, in dem Geschichte nicht nur erinnert, sondern gespürt, diskutiert und neu erzählt wurde. Im Zeichen des 500. Todestages Jakob Fuggers und des ebenso bedeutsamen Gedenkjahres der Bauernkriege wurde das Museum einmal mehr zu einem Ort des Austauschs – zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Augsburg und Europa, zwischen Wissen und Erlebnis.
Rund 15.000 Besucherinnen und Besucher fanden im Laufe des Jahres ihren Weg in das Haus im Norden der Augsburger Altstadt. Sie kamen, um zu staunen, zu hören, zu fragen – und um Geschichte nicht als fernes Kapitel, sondern als lebendigen Prozess zu erleben. Über 150 privat gebuchte Führungen zeigen, wie groß das Interesse an den Themen rund um die Fugger, die Welser und die frühen globalen Handelsnetze weiterhin ist.

Besonders die Abendveranstaltungen entwickelten eine ganz eigene Anziehungskraft. Die Reihe „Stadtgeschichte(n)“ des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg war ebenso regelmäßig ausgebucht wie Autorenlesungen und Vorträge zum 500. Gedenkjahr der Bauernkriege. In Kooperation mit Partnern wie dem Landesmuseum Württemberg oder Augsburg International e. V. entstand ein Programm, das historische Tiefe mit aktuellen Fragestellungen verband – und das Publikum spürbar mitnahm.

Auch im Führungsangebot zeigte sich 2025 als Jahr neuer Perspektiven. Die erstmals angebotenen Themenführungen „Luther – Fugger – 1525“ oder „Perspektivwechsel – Augsburg neu erzählt“ öffneten frische Blickwinkel auf bekannte Geschichten. Daneben blieben die bewährten öffentlichen Führungen gefragt, die von Finanzinnovationen der Renaissance über globale Handelsbeziehungen bis hin zu den sozialen Strukturen der frühen Neuzeit reichten. Und selbst die jüngsten Gäste kamen nicht zu kurz: Mit dem Nashorn „Clara Superstar“ ging es für Kinder spielerisch auf Zeitreise – Geschichte zum Anfassen, Staunen und Mitmachen.
Dass das Fugger und Welser Erlebnismuseum längst weit über Augsburg hinaus wahrgenommen wird, zeigte sich auch 2025 deutlich. Podcast-Produktionen führten von Nürnberg bis in die Silberregion Karwendel nach Schwaz, dem österreichischen Partner der Europäischen Fuggerstraße. Die internationale Vernetzung lebte ebenso im Austausch der Kooperationsschule Jakob-Fugger-Gymnasium, die im Rahmen eines ErasmusPlus-Projekts den spanischen Partner Almadén besuchte – ein weiteres Beispiel dafür, wie historische Handelsbeziehungen heute kulturell weitergedacht werden.

Ein ganz anderes, fast mediterranes Lebensgefühl zog im August unter die Arkaden des Museums ein. An den Wochenenden lud das Renaissance-Café dazu ein, Geschichte bei Kaffee und Gesprächen zu genießen – ein Ort zum Verweilen, zum Durchatmen, zum Wiederkommen. Ergänzt wurde dieses Erlebnis durch den erweiterten Shopbereich, der mit liebevoll ausgewählten Geschenkideen kleine Erinnerungen an den Museumsbesuch bereithält.
Bemerkenswert ist auch die Rolle des Hauses als Inspirationsquelle für andere Museen. Immer wieder kommen Museumsteams nach Augsburg, um sich das Storytelling-Konzept des Fugger und Welser Erlebnismuseums anzusehen – zuletzt etwa aus Bad Waldsee oder Donauwörth. Die Idee, Geschichte nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen, gilt inzwischen als Best-Practice-Beispiel.

Für die Museumsleiterinnen Wiebke Schreier und Katharina Dehner ist dieser Zuspruch Bestätigung und Ansporn zugleich. Geschichte, so ihr Ansatz, entfaltet ihre Kraft dann, wenn sie Menschen berührt. Auch Tourismusdirektor Götz Beck bringt es auf den Punkt: Wer Augsburg besucht, kommt am Fugger und Welser Erlebnismuseum nicht vorbei – hier erschließen sich die Zusammenhänge des wirtschaftlichen Aufstiegs der Stadt auf ebenso spannende wie kurzweilige Weise.
Der Blick richtet sich nun nach vorn. Für 2026 sind bereits zahlreiche Projekte geplant: ein durchgehendes Wochenendprogramm, ein stärkerer europäischer Fokus mit der Präsentation der Partner der Europäischen Fuggerstraße in Augsburg sowie die Beteiligung an städtischen Kulturformaten wie Augsburg Open, dem Internationalen Museumstag, dem Europatag und dem Tag des offenen Denkmals. Und natürlich wird auch im kommenden Sommer wieder das Renaissance-Café seine besondere Atmosphäre entfalten – als Ort, an dem Geschichte ganz selbstverständlich Teil des heutigen Lebens wird.

Wiebke Schreier M.A.
Regio Augsburg Tourismus GmbH
Schießgrabenstr. 14
86150 Augsburg
Bilder: ©Regio Augsburg Tourismus GmbH
Fugger und Welser Erlebnismuseum
Äußeres Pfaffengäßchen 23
86152 Augsburg
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