Ein Kinderfilm über Eitelkeit, Einsamkeit und die Erkenntnis, dass Freundschaft mehr zählt als äußerer Glanz
Manchmal braucht es gar keine komplizierte Geschichte, um eine wichtige Botschaft zu vermitteln. Manchmal reicht ein kleiner Fisch mit besonders schönen Schuppen.
Mit „Der Regenbogenfisch“ kommt am 19. November 2026 eine neue Verfilmung des bekannten Kinderbuchklassikers von Marcus Pfister in die deutschen Kinos. Regisseur und Drehbuchautor Florian Moch erzählt die Geschichte als liebevoll gestalteten Puppenfilm mit der Augsburger Puppenkiste. Und obwohl sich der Film ganz klar an Kinder richtet, steckt in ihm eine Botschaft, die auch Erwachsene zum Nachdenken bringen kann.
Denn die Frage, die der Film stellt, ist erstaunlich aktuell: Was nützt es, besonders schön, erfolgreich oder bewundert zu sein, wenn man am Ende alleine ist?
Wenn Schönheit zur Einsamkeit führt
Der Regenbogenfisch ist der schönste Fisch im ganzen Ozean. Seine schillernden Glitzerschuppen machen ihn zu etwas ganz Besonderem. Doch aus seinem Stolz auf sein außergewöhnliches Aussehen wird schnell Eitelkeit. Er genießt es, bewundert zu werden, und verliert dabei den Blick für die anderen.
Die Konsequenz lässt nicht lange auf sich warten: Die anderen Fische wenden sich von ihm ab.
Ausgerechnet das, was ihn zunächst von allen anderen unterscheidet und ihm Bewunderung verschafft, wird damit zu dem, was ihn einsam macht.
Als der Regenbogenfisch schließlich eine seiner wertvollen Glitzerschuppen verliert, beginnt für ihn eine Reise, die weit über die Suche nach einer verlorenen Schuppe hinausgeht. Der Kleine Blaue begleitet ihn bis in die Tiefsee – und aus der gemeinsamen Reise wird eine Erfahrung, die den Regenbogenfisch nachhaltig verändert.
Er entdeckt, dass man gemeinsam mutiger sein kann als allein.
Und dass echte Freundschaft wertvoller ist als der schönste äußere Schein.

Eine Kinderfilmgeschichte mit überraschend erwachsener Botschaft
Gerade deshalb wirkt „Der Regenbogenfisch“ erstaunlich zeitgemäß.
Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Welt auf, in der Aussehen, Anerkennung und Selbstdarstellung eine große Rolle spielen. Wer bekommt Aufmerksamkeit? Wer sieht am besten aus? Wer besitzt das Neueste? Wer wird bewundert?
Die Glitzerschuppen des Regenbogenfisches lassen sich dabei durchaus als Bild für unsere heutige Welt verstehen.
Natürlich erzählt der Film diese Themen nicht mit erhobenem Zeigefinger. Er tut etwas viel Wirksameres: Er lässt die Kinder die Konsequenzen selbst miterleben.
Der Regenbogenfisch besitzt etwas, das alle anderen gerne hätten. Und trotzdem ist er unglücklich.
Erst als er sich öffnet, anderen vertraut und Gemeinschaft zulässt, verändert sich sein Leben.
Das ist eine einfache Botschaft – aber keineswegs eine unwichtige.
Vom „Ich“ zum „Wir“
Besonders schön ist die Entwicklung der Hauptfigur.
Am Anfang steht das „Ich“: Ich bin der Schönste. Ich habe die besonderen Schuppen. Ich bin etwas Besonderes.
Am Ende steht das „Wir“: Gemeinsam können wir etwas erleben. Gemeinsam können wir schwierige Situationen meistern. Und gemeinsam macht das Leben einfach mehr Freude.
Für Kinder ist das eine wertvolle Lektion.
Der Film vermittelt, dass Freundschaft nicht darin besteht, immer der Mittelpunkt zu sein. Freundschaft bedeutet auch, anderen zu helfen, füreinander da zu sein und etwas miteinander zu teilen.
Dabei geht es nicht darum, seine eigene Persönlichkeit aufzugeben. Vielmehr lernt der Regenbogenfisch, dass man etwas Besonderes sein darf, ohne sich deshalb über andere stellen zu müssen.

Ein Film, der auch Eltern etwas zu sagen hat
Und genau hier dürfte „Der Regenbogenfisch“ auch für Eltern interessant werden.
Denn während Kinder die Geschichte zunächst als spannendes Abenteuer unter Wasser erleben, können Erwachsene darin durchaus eine zweite Ebene entdecken.
Wie oft geht es auch in der Welt der Erwachsenen um äußere Wirkung, Status und Anerkennung?
Wie häufig wird versucht, nach außen ein perfektes Bild zu vermitteln?
Und wie schnell kann aus dem Wunsch, etwas Besonderes zu sein, die Gefahr entstehen, sich von anderen zu entfernen?
Der Film beantwortet diese Fragen nicht kompliziert. Seine Antwort ist beinahe schon verblüffend einfach: Menschen brauchen Menschen.
Handgemacht statt austauschbar
Optisch geht „Der Regenbogenfisch“ einen eigenen Weg. Die Verbindung mit der Augsburger Puppenkiste gibt dem Film einen besonderen Charme und unterscheidet ihn angenehm von vielen computeranimierten Kinderproduktionen.
Die liebevoll gestaltete Unterwasserwelt und die Figuren wirken bewusst handgemacht. Gerade dadurch bekommt der Film eine warme, beinahe zeitlose Atmosphäre.
Das dürfte nicht nur die Kinder ansprechen. Für viele Eltern und Großeltern ist die Augsburger Puppenkiste zudem mit eigenen Kindheitserinnerungen verbunden.
So entsteht eine interessante Verbindung zwischen Generationen: Eine Geschichte, die bereits viele Erwachsene kennen, wird für ein neues junges Publikum erzählt.

Mein persönlicher Eindruck nach der Pressevorführung
Nach der heutigen Pressevorführung bleibt bei mir vor allem ein Gedanke hängen: „Der Regenbogenfisch“ unterschätzt sein junges Publikum nicht.
Der Film traut Kindern zu, dass sie verstehen, was hinter der Geschichte steckt. Er erzählt von Eitelkeit und Einsamkeit, ohne schwer oder bedrückend zu werden. Und er zeigt, dass eine Veränderung möglich ist.
Besonders gelungen finde ich dabei die Entwicklung vom eigenen Verzaubertsein hin zu echter Kameradschaft.
Der Regenbogenfisch muss erst erfahren, dass seine außergewöhnlichen Schuppen ihm zwar Aufmerksamkeit verschaffen, aber keine Freundschaft garantieren.
Erst die Begegnung mit anderen und die Bereitschaft, gemeinsam etwas zu wagen, machen ihn wirklich glücklich.
Damit wird aus einer Geschichte über einen schönen Fisch eine Geschichte über etwas, das uns alle betrifft: den Wunsch, gesehen und angenommen zu werden.

Fazit: Ein Film mit Herz und einer wichtigen Botschaft
„Der Regenbogenfisch“ ist kein Film, der nur mit bunten Bildern und einer bekannten Figur punkten möchte. Hinter der Geschichte steckt eine klare soziale Botschaft.
Wer ausschließlich in seiner eigenen Welt lebt und nur darauf bedacht ist, selbst zu glänzen, riskiert Einsamkeit. Wer dagegen auf andere zugeht, hilft und Gemeinschaft zulässt, gewinnt etwas viel Wertvolleres: Freundschaft.
Das macht den Film besonders für Kinder lehrreich. Gleichzeitig liefert er Eltern und Erwachsenen einen Denkanstoß, der weit über die Unterwasserwelt hinausreicht.
Am Ende sind es eben nicht die schönsten Schuppen, die einen Menschen – oder einen Fisch – glücklich machen.
Es sind die Menschen, mit denen man das Leben teilt.
„Der Regenbogenfisch“ startet am 19. November 2026 in den deutschen Kinos.
Mein Fazit:
Ein liebevoller und lehrreicher Kinderfilm mit einer zeitgemäßen Botschaft über Selbstwert, Gemeinschaft und echte Freundschaft – sehenswert für Kinder, aber durchaus auch ein Film, über dessen Botschaft Eltern mit ihren Kindern anschließend sprechen können.
Meine Wertung: ★★★★☆ 4 von 5 Sterne
„Der Regenbogenfisch“ startet am 19. November 2026 in den deutschen Kinos.
